New Design: The Living Cube

Ich liebe multifunktionales Design. Der Living Cube von Till Könneker aus der Schweiz ist dafür ein ideales Besispiel.

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Als der Grafik-Designer in sein Appartment einzog, vermißte er Stauraum und erfand kurzerhand diesen würfelartigen Entwurf, in dem sich fortan Raum für seine Vinyl-Sammlung, TV, Kleidung und Schuhe fand. Auf der Oberseite des Würfels war Könneker in der Lage, ein Gästebett zu integrieren, und im Inneren befindet sich der dringend benötigte Stauraum.

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Könneker skizzierte seine Ideen und ließ den Living Cube von Remo Zimmerli (Holzlabor) fertigen. The Living Cube, im Wesentlichen ein großes Möbelstück, wurde für seinen persönlichen Bedarf gebaut und löst eine Menge Probleme. Könneker und Zimmerli nutzten quasi nie verwendete Quadratzentimeter des Würfels aus und machten ihn funktionsfähig. ”Ich wollte mich auf Praktikabilität und Funktionalität konzentrieren und alle unnötigen Elemente überspringen. Mein Ziel war es, zeitloses Design zu schaffen, das in jede Raum-und Lebenssituation passt. “, Till Könneker.

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Den Living Cube kann man sich heute auch ins eigene Zuhause holen. Auf der Seite www.livingcube-furniture.com kann man sich seinen individuellen Wohn-Kubus, ausgehend von zwei verschieden großen Basismodellen, zusammenstellen.

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Der Living Cube verbindet acht bis zehn wesentliche Möbelstücke in einem: TV-Platz für ein 42 “/ 107 cm Flachbildschirm, Regale für Bücher, Schallplatten oder Kleidung, Schreibtisch, Garderobe, Schuhschrank, Schubladen, Fahrrad- bzw. Skateboard-Halterung, eine Minibar, ein Queen-Size-Bett auf der Deckseite und innen neuer Raum für zusätzlichen Stauraum oder einen Arbeitsbereich. In Bern in der Schweiz und in Asheville, North Carolina, USA wird das Multifunktionsmöbel in Handarbeit gebaut.

Was macht die Kunst?! Juan Fontanive

Juan Fontanive ist ein Poet. Ein Poet mit Werkzeuggürtel. Seine Flip-Books (Daumenkinos) sind unglaublich. Die Mechanik für seine Werke baut Fontanive aus recycelten Fahrradteilen und Uhren, dazu kombiniert er wundervolle Handzeichnungen und Siebdrucke. Schaut Euch die Videos an: die Geräusche, die die Maschinen machen, sind synchron zu den Bewegungen der Animationen. Man kann den Flügelschlag der Vögel hören…

VIVARIUM A & B - 4-Farb-Screen-Print auf Bristol Papier, Edelstahl, Motor und Elektrik, 2014

Vivarium from Juan Fontanive on Vimeo

ORNITHOLOGY S. - 4-Farb Screen-Print auf Bristol Papier, Edelstahl, Motor und Elektrik, 2014

Ornithology S. from Juan Fontanive on Vimeo

ORNITHOLOGY E. - Collage auf Bristol Papier, Edelstahl, Motor und Elektrik, 2013

Ornithology E. from Juan Fontanive on Vimeo

ORNITHOLOGY - Collage auf Asuka- und Aquarellpapier, Edelstahl, Motor und Elektrik, 2013

Ornithology, 2013 flip book machine from Juan Fontanive on Vimeo

QUIKNESSE - Aquarell und Image-Transfer auf Bristol Papier, Stahl, Aluminium, Klavierdraht, Motor und Elektrik, 2009

Quiknesse, 2009 flipbook machine from Juan Fontanive on Vimeo

Juan Fontanives Wand-Skulpturen sind motorisiertes Daumenkino. Durch die mechanisierte, schnelle Rotation von aufeinanderfolgenden Zeichnungen wird die Illusion eines Vogels im Flug erzeugt. Fontanive nennt das “Filme ohne Licht”. In seiner Bewegung hält der Vogel paradoxerweise nie inne, er ist immer im Flug, nie in der Lage, Ruhe und Land zu finden. Das Flattern der Flügel wird durch die schnell und geräuschvoll blätternden Seiten nachgeahmt.

New Design: Play Nordic

PLAY NORDIC ist ein dreimonatiges Festival Nordischer Musik und nordischen Designs im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin. Vom 4. Juli bis zum 1. Oktober 2014 werden moderne Möbel und zeitgenössisches Design von nordeuropäischen Designern in Zusammenarbeit mit einer Handvoll Herstellern gezeigt. Desweiteren sind handverlesene Design-Objekte aus allen fünf nordischen Ländern in der ergänzenden Ausstellung CONTEMPORARY COLLECTED, kuratiert von Katrin Greiling, zu sehen.

www.kristinakjaer.dk

HowdyOwl_AndreasEngesvik_NO_www.andreasengesvik.no

MaijaPuoskari_Terho_FI_@designboom.com

JensFager_RAW_SE_www.einrichten-design.de

STAKA_MariaKristinJonsdottir_www.staka.is

Die Auswahl im Felleshus unterstreicht die Stärke des Nordic-Design, vom einmaligen Werk hin zum Massenprodukt und zur limitierten Auflage. Vertreten sind anerkannte nordische Designer sowie junge aufstrebende Talente in verschiedenen Design-Disziplinen.

Innerhalb des Play Nordic-Festivals gibt es verschiedene Austellungen: Einmal die Design-Ausstellung inkl. der Contemporary Collected, zum anderen die SINGING INSTRUMENTS eine interaktive Ausstellung für Kinder und Erwachsene, die zum Musizieren mit ungewöhnlichen Instrumenten einlädt. Zudem wird der Play Nordic Record Store – 12 Tonar aus Reykjavik in einem Pop Up-Shop eine Auswahl der besten Musik aller nordischen Länder anbieten, und der Berliner Magazin- und Buchladen do you read me?! stellt ein fein sortiertes Angebot von Titeln über Design, Kunst, Architektur, Mode, Fotografie, Kultur und Gesellschaft aus den nordischen Ländern zusammen.

Auf der Seite nordicplaylist kann man aktuelle nordeuropäische Musik entdecken. Auf dieser Musikplattform stellt jede Woche ein anderer nordischer Künstler eine handverlesene Auswahl seiner Lieblingsstücke aus den nordeuropäischen Ländern vor, die man während des Festivals auch in der Ausstellung via iPad-Installation hören kann. Für das leibliche Wohl sorgt die Oslo Kaffebar aus Berlin-Mitte mit eigenen Kaffeeröstungen und Snacks.

Zudem gibt es über die Dauer des Festivals zahlreiche Musikveranstaltungen und -workshops sowie Filme und Feste: http://www.play-nordic.com/events.

 

Was macht die Kunst? Clare Elsaesser

Vor einiger Zeit ist mir ein Bild von Clare Elsaesser in einem Einrichtungs-Blog (neben Musikblogs meine fast tägliche Lektüre) aufgefallen. Dieses:

So_Much_Clare_Elsaesser

Später stolperte ich über ihren Shop auf etsy und entdeckte, wie groß ihr Output ist.

Grew_Into_Clare_Elsaesser

Happiness_Clare_Elsaesser

Unclasped_Clare_Elsaesser

Die gemalte Welt von Clare Elsaesser besteht aus schönen Figuren, harmonischen Farben und Blumen, Blumen, Blumen! Scheue junge Frauen halten ein Kissen vors Gesicht, verstecken sich hinter ihrem Haar oder schauen einfach weg. Sie alle bleiben inkognito, machen uns neugierig auf ihre Identität. Jedes Werk umgibt ein magisches, traumgleiches Gefühl, so als wäre man in einen Garten voll mit Geheimnissen geraten. Ich entdecke Unschuld und Romantik, berührend und ganz frei von Ironie.

Capsized_Clare_Elsaesser

Covered_Clare_Elsaesser

Holiday_Clare_Elsaesser

Honeymoon_Clare_Elsaesser

In_The_Garden_Clare_Elsaesser

Married_To_The_Sea_Clare_Elsaesser

Inspiriert von “Tagträumen, Rückzug sowie die gewaltige Natur vor ihrem Fenster,” verwendet Clare mattes Acryl, Holzplatten und strukuriertes Aquarellpapier um ihre Gemälde zu erstellen. Clare Elsaesser, geboren 1982 in Pasadena, Californien, studierte, nach ihrem Besuch der Kunstschule in Los Angeles, Kunst an der Schule des Museums of Fine Art in Boston. Sie lebt und arbeitet zusammen mit ihrem Ehemann, dem Maler Kai Samuels-Davis, umgeben von herrlicher Natur in der kleinen Bergstadt Jenner, Californien, wo der Russian River auf den Pazifischen Ozean trifft. 

Southern_Shore_Clare_Elsaesser

Einen Überblick über ihre aktuelle Werke und vielen Arbeiten in progress kann man sich hier verschaffen:
https://www.facebook.com/clareelsaesser
http://tastesorangey.blogspot.de
http://instagram.com/clareelsaesser#

New Design: Neues von den Hochschulen Teil 2

…und der zweite folgt sogleich… Hier nun der versprochene zweite Teil meines Überblicks über die Hochschulen auf dem diesjährigen DMY.

Beginnen wir mit der Slowakischen Technischen Universität von Bratislava: Flowers for Slovakia ist ein besonderes Projekt, das ausgewählte Design-Studenten an der Universität unterstützt. Seit 2009 verwirklichen Peter Olah und Lars Kemper Projekte, bei denen junge Designer mit etablierten Herstellern kooperieren. In diesem Jahr war dies der schweizerische Möbelhersteller Vitra. Unter dem Titel “Lost & Found” gestalteten die Studenten Möbelunikate, die traditionelle slowakische Volkskunst mit typischen Vitra-Elementen verbinden.

MartinZabka-McTatra_MariaPospisilova-Hide&Seek

StefanNosko-TwistMe_TereziaRapcanova-TroughChairs

Ein Sprung nach Belgien: Die Thomas More Hochschule Mechelen zeigte ganz spannende Verwendungen des aktuellen Lieblingswerkstoffes Holz. Bei Lauren Fonteyn und Jonas Neo Fabry zum Beispiel wird Bugholz für die aus rustikalem Leder gefertigten Taschen benutzt.

LaurenFonteyn_JonasNeoFabry_03

Etwas ganz anderes boten die Studenten von Umprum – Academy of Arts Architecture & Design in Prague, Tschechien: Mit dem Slogan “Form Follows Material” zeigten Studenten dieser Universität Experimente und Lösungen, bei denen sich das Design aus den spezifischen Eigenschaften des Materials und den Verarbeitungsmöglichkeiten herauskristallisiert. So zum Beispiel wurden aus Müllbeuteln, die man über eine eigens gebaute Spulvorrichtung laufen ließ, Lampenschirme. Mittels Luftballons wurden Betonschalen geschaffen,  und aus Heu wurden, mithilfe von Zentrifugalkraft, Lampen.

BalloonFormedBowls Seat_CentrifugedHayLights WastedBagLampShades

Die Lund University School of Industrial Design aus Schweden zeigte mit “One Two Three Projects” in ihrer Ausstellung drei Schwerpunkte. One: The Lund Bike Workshop – eine Gemeinschaftsarbeit von professionellen Designern und Handwerkern mit Studenten um Marketingstrategien, Nutzungen und Prototypen gemeinsam zu entwickeln. Two: One Life? – ein Geigerzähler als Resultat des jährlichen NASA-Projektes. Three: High-end LED Lichttechnik.

IndieLamp Lantern2.0_A-Lamp

Die Technische Universität von Zvolen (Slowakei) vergab 2013 zum neunten Male den Halabala-Award. Der Award wurde als eine Hommage an das Lebenswerk des Professors Henry Halabala geschaffen, dessen Name eng mit der Entstehung von Möbeln des vergangenen Jahrhunderts in der ehemaligen Tschechoslowakei verbunden ist. Halabala galt nicht nur als ein Möbelhersteller, er war maßgeblich an der Schaffung neuer Lebensweisen beteiligt und gilt als progressiver Produzent seiner Zeit. Auf dem diesjährigen DMY wurden die Arbeiten der Preisträger des Halabala-Awards des letzten Jahres präsentiert.

Sitto_SonaOtiepkova Sledge_LuciaSupolova-Didi_OndrejBukovec TeamBuildingCentrum_HrubySur_VojtechMoskor

New Design: DMY – Neues von den Hochschulen Teil 1

Hier wie angekündigt mein Überblick über die Ausstellungsbeiträge der Hochschulen beim DMY 2014: dies ist der erste von zwei Teilen.

Wie schon in meinem anderen Beitrag zum DMY ist Holz ein Thema an dem keiner mehr vorbeikommt. Sehr eindrucksoll stellte das die Fachhochschule Potsdam dar. Unter dem Titel FORMholz waren an mehreren großen Schautafeln Materialstudien, Entwicklungsschritte und Fertigungstechniken nachvollziehbar dargestellt. Mit den dargebotenen Prototypen loteten die Studenten weit aus, was man aus Holz und holzverwandten Werkstoffen (Kork, Holzfurnier) alles machen kann. Zum Beispiel wie man interessante Effekte in der Oberflächenstruktur mittels Steppung oder Prägung hinkriegt oder wie flexible Sperrholz sein kann und wie man mittels Druck Formen aus Kork herausarbeiten kann. Ganz neue Wege wurden beschritten, indem man beispielsweise Holzfurnier für Schuhe verwendete.

Chester_FHPotsdam

Duwen_FHPotsdam

Phellem_FHPotsdam

Prisma_FHPotsdam

VeneerShoes_FHPotsdam

Die Fakultät für Innenarchitektur der Hochschule Rosenheim stellte beim diesjährigen DMY Exponate verschiedener Studienjahrgänge aus. Besonders gefallen haben mir die auseinanderfaltbare Lampe MK14 sowie der Tisch Hang Over – Part III mit Stauraum.

HangOverIII_MarcellaBreugl

MK14_MaraKoos

Die Hochschule Wismar zeigte Ihre Exponate wieder im Rahmen ihres Designshops.

HSWismar_Designshop

Die meiner Meinung nach schönste Präsentation hatte die Berliner Kunsthochschule Weißensee. Alles lag und stand auf übereinander gestapelten OSB-Platten. Unter dem Kooperationsprojekt ALLTAGSHELDEN stellten die Studenten kleine Helden aus, die unseren Alltag erleichtern. Originelle Pfeffermühlen, Spielzeug, faltbare Hocker und Brillenetuis… eben Dinge, die man mag und braucht.

PfeffersKrönung_Tomasz-Sitnik Brillendampfer_B1Falthocker_Lange_Balzer

Im zweiten Teil meines Überblicks über die Hochschulen beim DMY wird es um die internationale Universitäten und Projekte gehen.

 

Hallo neue poimia kukkia-Seite!

Mir gefällt mein Blog-Layout. Warum also nicht den gesamten poimia kukkia-Auftritt in diesem Stil machen? Mit Produkübersicht, Shop und Händlerinfo und allem, was es sonst noch braucht. Gesagt – getan. Ich heiße Euch herzlich willkommen auf der neuen poimia kukkia-Seite!

Was ist neu? Alles ist jetzt unter einem Dach zusammengefaßt. Von der Startseite aus hat man alle Menüpunkte im Blick. Es gibt eine schöne Produktübersicht auf der Seite Products mit direkter Verlinkung zu meinem Shop. In der Kategorie Online-Shops kann man sich einen Überblick über die Plattformen machen, auf denen poimia kukkia-Produkte angeboten werden. Direktverlinkung inklusive. Der Shop sieht nun ein bisschen anders aus, leichter. Am Bestellvorgang ändert sich nichts. Desweiteren finden sich Infos über das Label, Händlerinfos und natürlich dieser wunderbare Blog unter den poimia kukkia-Dach. Alles zusammen ein einheitlicher Kosmos voller toller Sachen – schaut mal vorbei!

poimia kukkia

Was macht die Kunst? Do-Ho Suh – Specimen Series

Der Koreaner Do-Ho Suh konstruiert beeindruckende Installationen. Werke, die einen in ihrer Detailverliebtheit faszinieren und zum Teil wegen ihrer schlichten Größe begeistern. Er baut Gegenstände, Räume, gar ganze Häuser, die die Wahrnehmung verändern. Ein bisschen zauberhaft ist das Ganze auch. Do-Ho Suh interessiert sich für die Formbarkeit des Raumes in physischer und metaphorischer Hinsicht und untersucht die Beziehungen zwischen Individualität, Kollektivität und Anonymität.

Do-Ho Suh hat Nachbildungen verschiedener Gegenstände seines New Yorker Apartments detailgetreu aus federleichtem Nylonstoff gefertigt. Die transparenten Gebilde lassen an 3D-Drucke oder Drahtmodelle denken, aber tatsächlich ist jedes Stück eine fast schwerelose, textile 1:1-Replik des Originals bis hin zum eingestickten Markenname. Der Titel der Serie ist Specimen.

Suh_Bathtub_Specimen_Series@thisiscolossal.com

Suh_Doorknobs_Specimen_Series@LehmannMaupin

Suh_Radiator_Specimen_Series@thisiscolossal.com

Suh_Refrigerator_Specimen_Series@thisiscolossal.com

Suh_Stove_Specimen_Series@thisiscolossal.com

Suh_Toilet_Specimen_Series@thisiscolossal.com

Der 1962 in Seoul, Korea geborene Do-Ho Suh studierte Malerei an der Rhode Island School of Design und Bildhauerei an der Yale University. Die Werke des Künstlers sind in zahlreichen Museumssammlungen weltweit enthalten. Do-Ho Suh lebt und arbeitet in New York, London, und Seoul.

Suh_Staircase@tennysontippy.com

Do-Ho Suhs bisher größte Installation ist “Home within home”. Präzise schneiderte der Künstler einem Townhouse in Rhode Island ein blaues Polyestergewand. Darin schwebt ein gleichfalls textiles, traditionell koreanisches Gebäude. Das Townhouse repräsentiert Do-Ho Suhs erste Bleibe in den USA, die Hütte sein Elternhaus. Als Kunststudent kam der Koreaner 1991 ins Land. Mit seinem kolossalen Architekturgewand erforscht er emotionale Themen wie Zugehörigkeit und Isolation.

Suh_Home_Within_Home@thisiscolossal.com

New Design: DMY – Internationales Design Festival Berlin

Zum 12. Male findet nun das DMY – das Internationale Design Festival Berlin – im Rahmen der Berlin Design Week statt.  150 Aussteller aus der ganzen Welt und thematische Highlights bieten beim DMY den Besuchern die Möglichkeit, die neuesten Entwicklungen im Produktdesign kennenzulernen. Der regionale Schwerpunkt des diesjährigen Festivals liegt bei unseren Nachbarn, dem Bundesland Brandenburg. Die besten Arbeiten aus den Bereichen Exhibitor, New Talent und Education werden auch diesmal mit einem DMY Award ausgezeichnet. Ebenfalls beim DMY wird der offizielle Designpreis der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung in den Bereichen Produkt- und Kommunikationsdesign und wird seit 1969 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vergeben. Der DMY stellt heute das größte deutsche Festival für Design dar und zieht jedes Jahr zehntausende von Besuchern an. Ich war gestern dort und berichte Euch hier ein paar meiner Eindrücke.

Zwei wesentliche Trends sind diesmal auf dem DMY festzustellen. Der erste: HOLZ.

Plattenbau_JuliaHeinemann

StreetFoodKitchen_AnnaLiesch

Holz ist schön, Holz kommt aus der Natur, Holz erinnert uns an Holzspielzeug, Marktstände oder Melkschemel.

Melk-i_GeorgMuehlmann

Holz ist ursprünglich, Holz ist pur und schreit geradezu nach geradliniger Form: wie bei diesen Beispielen aus Italien. Der internationale Wettbewerb Open Design Italia ist Ausstellung und Markt für Designer und Hersteller, die hier ihre Produkte ausstellen und direkt zum Verkauf anbieten können. Die Ausstellung fördert die Entwicklung neuer, nachhaltiger Ansätze der Gestaltung und Produktion. Der Open Design Italia Award 2013 ging u.a. an Georg Mühlmann (Foto oben) und Foroofficina (Foto unten).

Foroofficina

Holz faßt scheinbare Gegensätze zu einer Einheit zusammen, wie die untenstehende Liege aus flexiblem Sperrholz und Kunststoff-Füllung beweist.

Flex_PlyProject

Und Holz ist ein Alleskönner: Das Regal Dado benötigt keine Schrauben und kein Werkzeug. Ein ausgetüfteltes Stecksystem macht´s möglich.

DadoShelf_JustinAllen

Der zweite große Trend 2014 heißt NACHHALTIGKEIT.
Recycling-Design ist nicht wirklich neu aber schön, wie untenstehende Gefäße aus Recyclingglas beweisen.

JesperJensen

Das Projekt Cucula – Refugees Company for Craft and Design - ist ein soziales Designprojekt bei dem Flüchtlinge aus West-Zentralafrika verschiedene Design- und Herstellungsverfahren erlernen. Als erstes baut die Gruppe hochqualitative Design-Möbel anhand der vom berühmten Designer Enzo Mari für Artek entworfenen Autoprogettazione-Pläne. Ziel ist eine sich selbst tragende Design-Manufaktur, in der Flüchtlinge echte Arbeitsverhältnisse und Bildungschancen erhalten.

Cucula

Bei A. M. Ideas ist der schnellwachsende natürliche Rohstoff Seegras Ausgangsmaterial für interessante Produkte. Taiwanesische Großmütter bewahren mit ihrer Arbeit ein 300 Jahre altes Handwerk.

AMIdeas

Natürlich gibt es auch dieses Jahr beim DMY wieder wunderbare Arbeiten und Experimente verschiedener Hochschulen zu sehen. Diesem umfangreichen Feld widme ich mich demnächst in einem separaten Blogeintag.
Zum ersten Mal jedoch gibt es beim DMY 2014 eine Auktion von Prototypen. Berliner Designbüros wie e27.Berlin, QUIOSCO by ett la benn und Studio Joa Herrenknecht bieten ihre Unikate und Sammlerstücke an, die normalerweise nicht ihren Weg in die Öffentlichkeit finden und in ihrer Einzigartigkeit noch den ursprünglichen archetypischen Gedanken innehaben. Die Auktion beginnt  um 12:00 Uhr am 1. Juni.

Letztes Jahr beim DMY fielen mir besonders die Lampen von Federica Bubani auf. In diesem Jahr sind diese drei meine Lieblingslampen.

PuBabyInTheCornerL_ClaraScharping_debou

FloorLamp_AustAmelung

Frey_Sanpan_debou

PS:
Nützliches kann so schön sein… Tolle Hygiene bietet die Waschbecken-Armatur mit berührungsfreiem Seifen- und Wasserspender von Miscea.

MisceaLight

Sollte ich mich je von meinem Egon Eiermann-Tisch trennen, nehme ich den hier: den Same Same von Victor Foxtrot mit neon Metallgestell und Marmorplatte.

SameSame_VictorFoxtrot

Das DMY läuft noch bis zum Sonntag, den 1. Juni im Hangar 6 im Tempelhofer Flughafen (U-Bahn U6 Paradestraße). Hingehen lohnt sich. Fürs leibliche Wohl ist mehrfach gesorgt, es gibt Musik vom DJ-Pult und ständig Workshops und Vorträge. Hier das gesamte Programm.

New Design: Clothes Horse

Der Wäschetrockner Clothes Horse ist eine prima Idee. Aaron Dunkerton entwickelte diesen ausziehbaren Wäscheständer, den man zu einem Stern entfalten kann, der so mehr Platz für nasse Textilien bietet.
Clothes Horse hat 36 Arme und in Gebrauch die Form eines 12-zackigen Sterns. Der Wäscheständer ist aus Sperrholzleisten gefertigt, die mit Aluminiumstäben verbunden sind. Mit Haken kann die Konstruktion positioniert werden. ”Wenn er zusammengefaltet ist, ist er viel kleiner als konventionelle Wäschetrockner, aber wenn man ihn auseinander faltet hat er viele Arme und eine interessante Form.”
Das Holz ist mit CNC-Technik gefräst, die Aluminumstreben sind an den Enden mit Gewinde versehen und dann mit gewölbten Muttern und Unterlegscheiben befestigt. Aus nur 6 Komponenten gefertigt beschränken sich die Herstellungskosten auf ein Minimum.

Clothes-Horse_01 Clothes-Horse_02 Clothes-Horse_03 Clothes-Horse-by-Aaron-Dunkerton_04

Aaron Dunkerton ist frisch von der Kingston University, wo er 2013 seinen Abschluß in Produkt- und Möbeldesign gemacht hat. Im Rahmen der NOUS Werkschau stellte er ebenfalls 2013 mit 23 weiteren Absolventen der Universität in London weitere Arbeiten aus.